Schwerpunkte und Chancen für das Kind

In der Kinderbetreuung mit Tier- und Naturerlebnissen lernen die Kinder in einer altersgemischten Gruppe einen respektvollen, liebevollen Umgang zu sich selbst, zu anderen Menschen und zur Natur, so dass sich soziale Kompetenz entwickeln kann.

Wir gehen auf die Bedürfnisse der Kinder ein und helfen ihnen, ihre Ideen umzusetzen, damit sie mit Freude erschaffen, experimentieren und entdecken können. Oder wir lassen einem Kind einfach die Zeit, in Ruhe die Tiere und die Natur zu beobachten und dadurch eigene ganz persönliche Erfahrungen zu machen. So fördern wir sein Selbstvertrauen und seine Selbständigkeit.

Grundlage unseres Naturhort-Konzeptes sind die Naturpädagogik und die Tiergestützte Pädagogik.

Was ist Naturpädagogik?

Die Naturpädagogik will den Kindern helfen, sich als Teil ihrer natürlichen Umwelt zu begreifen und sich draussen wohl zu fühlen. Die Kinder lernen, respektvoll und sorgsam mit der Natur umzugehen und entwickeln Liebe und Achtung vor allem Lebendigen. Der Wald ist ein ideales Lernfeld. Die Kinder können kreativ werden und phantasievoll, sie können ihre Abenteuerlust und Bewegungsfreude ausleben, und auf spielerische Weise wird ihre Entwicklung gefördert, u.a.:

  • Grob- und Feinmotorik
  • Geschicklichkeit
  • Ausdauer
  • Sprachvermögen
  • und soziales Lernen.

Was ist Tiergestützte Pädagogik?

In der Tiergestützten Pädagogik steht die Beziehung zwischen Kind und Tier im Vordergrund. Die Kinder nehmen auf vielfältige Weise mit den Tieren Kontakt auf. Sie streicheln, füttern, führen, reiten, spielen mit ihnen oder halten sie. Sie erleben, dass sich Tiere unterschiedlich anfühlen, rau und staubig die Schweine, fein und weich die jungen Kätzchen, warm und schwer der grosse graue Hase.

Die Kinder lernen

  • sich selber kennen, weil sie neue sinnliche und emotionale Erfahrungen machen
  • gut zu beobachten
  • das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere zu respektieren
  • Verantwortung zu übernehmen
  • und für andere zu sorgen

Diese Fähigkeiten zeigen sich auch im Umgang mit anderen Menschen. Es ist nachgewiesen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, von Gleichaltrigen in Sozialkontakten bevorzugt werden.

Wie beobachten wir diese Entwicklungen im Naturhort?

Iris: „Unsere Hunde Jill, Mia und Merlin zeigen den Kindern zum Beispiel, wie man mit Hunden umgeht. Was sagt Jill? Was drückt sie mit ihrer Körpersprache aus? Sagt sie: Streichle mich! Ich will spielen! Wirfst du mir nochmals den Ball? Oder sagt sie: Ich will nicht mehr spielen, bitte lass mich in Ruhe!“

Auch beim Geschichten Vorlesen sind die Hunde oft dabei. Sie legen sich dicht zu den Kindern und dösen. Ein Kind: „Ich glaube, sie hört auch den Geschichten zu. Jetzt schläft sie fast ein.“ So wirkt die Anwesenheit der Tiere stressmindern und beruhigend. Und das Zutrauen von Jill stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder. „Schau Iris, Jill sitzt ganz nah bei meinem Bein.“

Bei den Hühnern ist es lustig. Wenn wir den Kübel mit den Körnern schütteln, kommen alle in den Stall gerannt. Die Kinder füttern die Hühner und lernen, wie man ein Huhn richtig hochhebt und auf die Knie nimmt. Iris: „Es ist berührend zu sehen, wie sich das Huhn und das Kind gemeinsam entspannen. Das Huhn lässt sich auf den Schoss des Kindes sinken und schliesst die Augen. Beim Kind senken sich die Schultern und die Gesichtszüge werden weich. Manchmal sitzen sie so lange Zeit in völliger Harmonie.“ Ein Highlight bei den Hühnern ist natürlich auch das Eier suchen. Wie viele Eier haben wir heute gefunden?

Immer wieder hat es junge Kätzchen auf dem Hof. Wir erleben, wie sie jede Woche grösser werden. Wenn sie ganz klein sind, bleiben sie gerne auf dem Schoss. Wenn sie grösser werden, wollen sie lieber die Welt entdecken und mit unserem selbst gebastelten Spielzeug spielen, einer Feder hinterherjagen oder den Karton packen. Die Kinder lernen, ganz behutsam mit den Kätzchen umzugehen und auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. „Jetzt miaut es! Es will sicher zu seiner Mami zurück.“ Frau Meise, die Katzenmutter, schaut, ob alles in Ordnung ist, und die Kinder versichern ihr: „Wir sind gaaaanz lieb zu deinen Büsis.“

Behutsam sein lernen die Kinder auch bei den Meerschweinchen. Diese haben alle einen Namen. Iris: „Die Kinder wählen sich oft ein Meerschweinchen aus und wollen dann immer nur dieses halten.“ Wenn die Meerschweinchen auf dem Schoss sitzen, muss man ganz ruhig sein und ihnen etwas zu fressen geben, dann bleiben sie schön sitzen. „Manche Kinder würden gern den ganzen Nachmittag so verbringen.“

Waldemar und Daisy sind unsere Zwergschweine. Die können wir zwar nicht auf den Schoss nehmen – aber wir müssen auch nicht still sein! Die können wir klopfen und bürsten und mit Äpfeln füttern. Und wenn die zwei nicht gestriegelt werden wollen, grunzen sie laut und laufen weg. Durch das Pflegen der Tiere werden bei den Kindern Ausdauer, Selbständigkeit, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein gefördert.

Die Esel begrüssen uns mit einem lauten J-AA und sind sehr interessiert an den Kindern. Die Kinder lernen ihre unterschiedlichen Charaktere kennen. „Du, der Nino schupft manchmal mit der Nase.“ „Die Rika kann seeehr gemütlich sein.“ Oder: „Leo ist der Grösste von allen!“ Wenn wir Zeit haben, machen wir manchmal mit den Eseln einen Spaziergang und reiten und führen sie.

So vergehen unsere Nachmittage im Wald und mit den Tieren wie im Flug.

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